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Ich bin ein Kobold
Rundbrief vom 17.08.2006

Liebe Leser und alle, die immer noch den Rundbrief nur wegen
der Bilder abonniert haben,

wenn ich eine gewisse Zeit nicht schreibe, sammelt sich
immer viel Stoff an. Ich hätte viel zu erzählen, aber sobald
es sich angesammelt hat, weiss man ja gar nicht mehr, wo man
anfangen soll. Und dann lässt mans ganz bleiben.

Ich meine, ich habe ja auch einen Anspruch.
Soll schon was Schlaues sein.
Und was erleuchtetes.
Überhaupt, was sollen denn meine Leser denken?


Heute hab ich Lust zu schreiben, aber kein konkretes Thema.
Also fange ich da an, wo es sich anbietet: Irgendwo.


Nach den letzten Rundbriefen (es ging um Gold, es ging um
Kauf von Salz, es ging um ein zu bezahlendes Seminar) bekam
ich ein paar emails mit dem Tenor, ich wäre jetzt viel zu
kommerziell.

"Ach," seufze ich dann, "immer die Leute mit dem
persönlichen Problem beim Thema Geld."

Die mag ich nicht so.
Alles muss immer kostenlos sein und wehe irgendwo steht ein
Preis oder man verlangt für irgendwas Geld, schon ist man
der Böse und überhaupt voll der Kapitalist.


So dachte ich früher.
Heute sehe ich das etwas anders.
Wenn mir Leute schreiben, die ein gestörtes Verhältnis zum
Geld haben, dann spiegeln die nur mein eigenes Verhältnis...

Bäh, blöde Selbstspiegelung.
Wo habe ich denn bitte ein gestörtes Verhältnis?
Ich habe Geld, es fliesst da so rum - ich kanns nicht sehen.

Was wollen mir diese netten Leute nun zeigen?

Da kann nur das Orakel helfen.
Also mache ich mich auf zum Aufenthaltsort des Orakels.
Ich gehe durch die Tür und werde vom Meister persönlich
begrüsst mit einem "Buh!".

Ich lächle ihn an.
Er sitzt auf einem Hochsitz, etwa 1 Körperlänge über dem
harten Steinboden. Er könnte jederzeit herunterfallen, aber
das sorgt ihn nicht. Er winkt mich zu sich heran, will mir
etwas zeigen. Ich komme näher.
In der Hand hält er einen grossen Topf. Darin rührt er mit
dem Schneebesen. Doch der Topf ist leer.
Er fordert mich auf, den Schneebesen zu nehmen und ebenfalls
zu rühren. Ich gehorche. Er lacht mich aus, nimmt den Besen
wieder an sich und ignoriert mich völlig.

Warum tut er das?
Ich habe in der Zeit mit dem Meister aufgehört, mich zu
fragen, warum er etwas tut.Mein Verstand ist dafür zu klein,
ich kann nicht alles verstehen.

Eine Zen-Übung vielleicht?
Rühre im leeren Topf und sei ganz im Hier und Jetzt?
Ja, irgend so etwas.
Irgendwie ist alles, was der Meister tut, wohlüberlegt und
eine Lektion für mich. Ich bin dankbar, dass er mich als
Schüler erwählt hat.

Wo ist jetzt das Orakel?
Meister und Orakel halten sich oft am selben Ort auf.
Etwas mystisches scheint sie zu verbinden.

Ah, ich sehe es.
"Orakel," sage ich.
"Ja?"
"Mich schreiben Leute an mit Geldproblemen und da frage ich
mich, wo habe ich ein Geldproblem?"
"Das ist einfach," sagt das Orakel.
"Du bist ein Kobold."

Das kommt heftig.
Das Orakel spricht wie immer deutliche Worte.
Und es hat Recht. Es hat immer Recht.
Danke.


Ich bin noch in Gedanken versunken über den weisen Spruch,
da sagt das Orakel: "Schatzi, kannst du den Tomatensalat
machen, wir essen jetzt Mittag."
Und dann soll ich meinem kleinen Sohn, der gegenüber auf der
Anrichte sitzt und in einem leeren Topf rühren spielt, ein
Stück Brot geben. Tu ich.


Manchmal glaube ich, all die alten Mythen und Legenden sind
wahr und lebendig. Wir können nur nicht sehen.



Schöne Grüße,


thomas

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