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Mystisches Erlebnis in der Mittagspause
Rundbrief vom 23.07.05

Was denkst du dir, wenn du "mystisches Erlebnis" hörst?
Klar:
Ein Erlebnis der dritten Art, einmalig und sehr selten.
In der Bibel gibts z.B. den berühmten brennenden Dornbusch,
oder Gott spricht direkt zu ausgewählten Menschen.

Bei mir hat bisher noch kein Dornbusch gebrannt und ich höre
keine Stimmen (meistens).

Dennoch erleben wir alle tagtäglich Dinge, die weit mehr
sind als die sichtbare Materie.

Der Lebenswert-Rundbrief soll darauf aufmerksam machen.
Hier also mein letztes ganz deutlich erlebtes mystisches
Ereignis:


Ich war drei Tage in München auf einem Seminar.

Erster Tag: Mittagspause.
Alle gehen in ein nahe gelegenes Restaurant zum Essen.
Die Portionen sind klein, die Bedienung ist lahm, der Preis
ist teuer.
Als ich zum Seminarraum zurückkomme, entdecke ich, dass das
Haus auch einen Garten hat. Er ist klein, schattig und ein
wenig ungemütlich.
Auf dem Boden sitzt eine andere Teilnehmerin, hat sich eine
Decke ausgebreitet und verputzt selbst mitgebrachtes lecker
Essen. Im Restaurant war sie nicht dabei.
Mit dem Gang zum Essen habe ich einen Fehler gemacht.
Das nächste Mal werde ich es anders machen.

Zweiter Tag: Mittagspause.
Alle gehen in das nahe gelegene Restaurant zum Essen.
Naja, fast alle - vielen hat es gestern nicht gefallen und
sie suchten sich andere Möglichkeiten.
Ich gehe in den Garten, suche mir einen schönen Platz. Habe
superleckeres Essen dabei und eine Decke, das wird schön.
Doch der Garten ist ungemütlich. Dunkel, muffig ...
Hinter dem Garten ist ein kleiner Erdhügel, der Zaun ist
heruntergetreten. Neugierig schaue ich hinauf. Ein kleiner
Weg. Jenseits des Hügels entdecke ich das Paradies:
In eine grüne Mulde eingebettet liegt ein Spielplatz. Die
Mulde schirmt den Strassenlärm vollständig ab. Die Wiese ist
frisch gemäht, die Sonne scheint wunderbar und die
herrlichen Bäume spenden angenehmen Schatten. Es ist ruhig
und friedlich.
Ich ziehe meine Schuhe aus, laufe durch das frische Gras -
es ist herrlich.
Die Decke findet einen schattigen Platz, ich lasse mich
nieder, esse die mitgebrachten frischen Dinge, trinke klares
Wasser und geniesse einfach den Augenblick.
Als ich zum Seminarraum zurückkomme, entdecke ich, dass sich
im dortigen Garten mittlerweile neben der Frau von gestern
noch andere Teilnehmer im Garten niedergelassen hatten.
Ich nehme einen Umweg, niemand sieht mich oder woher ich
komme.
Zurück im Haus wird uns allen erzählt, dass das Essen
gestern schlecht war, aber heute haben sie sich wirklich
angestrengt und es muss wohl sehr schön gewesen sein. Viele
waren woanders, morgen können sie ja wieder kommen.
Ich denke nicht dran. Andere schon.

Dritter Tag: Mittagspause.
Alle gehen in das nahe gelegene Restaurant zum Essen.
Ich schleiche mich in den Garten. Er ist so paradiesisch wie
gestern. Doch ich denke an die anderen Teilnehmer, die sich
bisher nicht über den Erdhügel gewagt hatten. Sollte ich
ihnen sagen, wo sie ihre Pause wirklich schön verbringen
könnten? Sie müssten nur 10 Meter weit gehen, das Paradies
liegt zum Greifen nahe...
Also gehe ich noch einmal zurück.
Alles ist verlassen, nur die Frau vom ersten Tag hat wieder
ihre Decke im muffigen Garten aufgeschlagen.
"Wo sind die anderen?" frage ich.
"Beim Essen im Restaurant."
"Selber schuld..."
"Tja. Wo kommst du denn her, hast was besseres gefunden?"
"Ja, über dem Hügel ist es wunderbar."
"Ich finds hier auch schön."
"Dort finde ich es aber schöner."
"Ach, ich mag die Stadt nicht so gerne."
"Ich auch nicht, deshalb ist es dort ja schöner, komm doch
mit, schaus dir mal an."
"Ich bleibe lieber hier."

Alleine ging ich wieder zurück.
Du kannst die Pferde bekanntlich zum Brunnen zwingen, saufen
müssen sie schon alleine.


So hat während dieser drei Tage niemand ausser mir je das
Paradies jenseits des Erdhügels nur 10 Meter vom Haus
entfernt gesehen.

Und es hat auch niemanden interessiert...

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